Geheimschriften

Erschienen am 19. April 2020 in Truppstunde

Sven Mühlen

Sven Mühlen

 

1. Atgbas
Atgbas ist eine alte jüdische Geschäftsschrift, wobei das Alphabet umgekehrt wird und wir statt “A” ein “Z” schreiben, statt “B” ein “Y” usw.
Bsp.: Kuzwurmwvi = Pfadfinder.

2. Deutsche Diplomaten-Chiffre
Diese Schrift hört sich sehr “geheim” an, ist es aber keineswegs. Hierbei wird der erste und der letzte Buchstabe in jedem Wort durch den nächstfolgenden des Alphabetes ersetzt. So heißt folgender Satz nach der Verschlüsselung: Ist das nicht eine praktische Geheimschrift / Ksu eat oichu finf qraktischf Heheimschrifu.

3. Sechserschlüssel
Es ist eine sehr einfacher für Fachleute vielleicht zu einfacher Schlüssel.
Mit unserem Partner machen wir eine einstellige Zahl aus, etwa z.B. sechs. Wenn wir nun beispielsweise die Meldung “Die Adler lagern am Steinbruch bei Camberg” senden wollen, schreiben wir sie zunächst statt nebeneinander untereinander, und zwar in sechs (Schlüsselzahl) Reihen auf

D

E

R

E

C

A

I

R

N

I

H

M

E

L

A

N

B

B

A

A

M

B

E

E

D

G

S

R

I

R

L

E

T

U

C

G

Wir senden die Buchstaben nun in der horizontalen Reihenfolge, wobei wir wieder die einzelnen Buchstabengruppen willkürlich anordnen:

“DER ECAIR NIHM EL ANBBA AM BEEDG SRI RLETUCG.”

Der Empfänger entschlüsselt sofort, indem er die Meldung in Zeilen zu sechs (Schlüsselzahl) Buchstaben horizontal und untereinander niederschreibt und senkrecht liest.

4. Tritheim- Geheimschrift.
Sie ist aus dem 15. Jahrhundert bekannt als die Chiffre des Abtes Johannes Tritheim, der die Buchstaben durch die nächstfolgenden des Alphabetes ersetzte, und zwar 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, je nach Größe beziehungsweise der Zahl der Buchstaben. Aus KOMM SCHNELL wurde so LQPQ TELRSKRS. Also aus K wurde L, nämlich eine Buchstabe weiter, aus O wurde Q, nämlich zwei Buchstaben weiter, aus M wurde P, nämlich drei Buchstaben weiter fing er wieder mit der Ziffer 1 an.

5. Australischer Code

Ein verhältnismäßig einfacher Code ist dieser, den die australischen Pfadfinder gern verwenden. Wir wählen ein Codewort mit fünf oder sechs verschiedenen Buchstaben, zum Beispiel “BRUCK”, aus. Die übrigen Buchstaben des Alphabets ordnen wir dann nachstehend an:

BRUCKADEFGHI
ZYXWVTSQPONML

Nach dem Codewort BRUCK wird also das Alphabet so angeordnet, dass die im Kennwort bereits enthaltenen Buchstaben weggelassen werden ( auch das “J”, das durch “I” mitvertreten wird). In der zweiten Zeile wird von rechts nach links geschrieben, wobei das “L” herausgedrückt wird. Wir ersetzten in der Meldung nunmehr jeden Buchstaben der ersten Zeile durch den darbüberstehenden, nur das “L” bleibt unverschlüsselt. Um dazu keinen Rückschluss auf die Länge der Worte zu ermöglichen, werden überdies jeweils fünf oder sechs Buchstaben zu einem Wort zusammengefasst. Der Satz “Allzeit bereit” würde also verschlüsselt so aussehen: TLLBQ MAZ QYQMA

6. Quadratschrift (Paterschrift).
Während ein Geheimschrift ohne Codewörter mit etwas Geduld und Übung entziffert werden kann, hat die folgende auch wieder ein Schlüsselwort, und damit den Vorteil, sehr sicher zu sein und Alphabets werden in einem Quadrat wie folgt eingezeichnet, wobei für I und J gemeinsam das I gesetzt wird. Als Kennwort wird ein Wort mit fünf verschiedenen Buchstaben, zum Beispiel “PATER” gewählt.

Jeder Buchstabe des Alphabets wird nun durch die zwei Buchstaben des Kennwortes, an deren Schnittpunkt er im Quadrat liegt, ausgedrückt. So wurde B durch PA, O durch TE, T durch EE usw. ausgedrückt. PFAD würde also TRAPPPPE lauten!

  P A T E R
P A B C D E
A F G H I/J K
T L M N O P
E Q R S T U
R V W X Y Z

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