1954 – 1978

Erschienen am 19. April 2020 in Geschichte

Sven Mühlen

Sven Mühlen

 

Inhalt:
1.Teil 1954 – 1964 / 2.Teil 1964 – 1973 / 3.Teil 1973 – 1978

1.Teil: 1954-1964

Die Gründung des Stammes:


Peter Jülicher, Herbert Geuertz, Lambert Dyck
Fotograf: Hein W. Gisbertz

Viele Bewohner in Wegberg und Umgebung kennen ganz sicher noch den seinerzeit in Wegberg wirkenden Kaplan PRINZ, der leider vor einigen Jahren verstarb. Aus einem Buch, dass er uns vor nicht allzu langer Zeit zurückgab, ersehen wir das Gründungsjahr 1954. Er hatte dieses Buch von „seinen Pfadfindern“ geschenkt bekommen.

Wie wir im nachhinein hörten, herrschte damals in der Kasse ein nicht zu „stopfendes Loch“. Durch diesen Geldmangel bedingt, ist sicher keine Anmeldung an das Bundesamt der Pfadfinder erfolgt, so dass hier keine Unterlagen vorlagen. Auch sonst konnten wir wenig aus den ersten Jahren erfahren. So ist es nicht möglich, aus den ersten Jahren des Pfadfindertums in Wegberg viel zu berichten, da wir keinen fanden, der konkret uns Mitteilungen machen konnte.

Im Jahre 1959 wurde die Europa-Jugendherberge „Am Hagelkreuz“ zur Schulungsstätte der DPSG Landesverband Aachen „Haus St. Georg“ umbenannt. Der damalige Bischof von Aachen, Johannes Polschneider, übergab dieses Haus der „Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg, Landesverband Aachen“!
Der erste Heimleiter dieses Hauses war Hein Ervens aus Langerwehe, ein „alter Pfadfinder“. Da die Wegberger Pfadfinder durch den Weggang von Kaplan Prinz und den genannten Geldschwierigkeiten ohne Leiter und Heim dastanden, übernahm Hein Ervens die Initiative. Mit 3 weiteren Freunden beschloss er, die Gruppe neu aufzubauen. Am 1. Adventssonntag 1959 wählte nach einer Abstimmung die „Siedlung Wegberg“ den Namen Stamm Titus Brandsma.
Die Namen derer, die die Pfadfinderarbeit übernahmen sind:
Hein Ervens, Dr. Klötzer, Fr. Maria Mahr, Wolfgang und Axel Herbrand, Wolfgang von Bergs und Klaus Bürger.

Mit großem Elan ging es los. So wurde schon in den ersten Wochen eine Fahrt nach Dahlheim durchgeführt. Es folgte eine Tagesstafette durch Wegberg. Die erste Versprechensfeier fand am 8. Dezember 1959 in der Krankenhauskapelle statt. Im Anschluss gab es zu Weihnachten eine Weihnachtsfeier und ein Krippenspiel. So waren in den ersten Wochen des Neuanfangs schon viele Programmpunkte zu bewältigen. Mit viel Arbeit ging es in das Jahr 1960. Die zweite Versprechensfeier war schon am 8. Februar 1960.


Beecker und Wegberger Pfadfinder
im Sommerlager 1960

Die Hauptattraktion war das Pfadfindersommerlager in Widdau/Eifel zusammen mit den Beecker Pfadfindern.

Schon im ersten Jahr der Namengebung „Titus Brandsma“ besuchten die Leiter das Grab in Nymwegen, wo ein Kranz (mit Beteiligung des holl. Fernsehens) niedergelegt wurde. Trotz der kurzen Zeit nach dem Kriege wurde hier der Grundstein für über nationale Freundschaft gelegt.

Der Zuwachs im Jahre 1960 war so enorm, dass das Bundesamt zum 1. Januar 1961 die Siedlung Wegberg zum Stamm ernannte.

Im Juli 1961 fand ein Vorbereitungslager für das Sommerlager statt. Gezeltet wurde am Haus „St. Georg“. Schon früh wurden die Teilnehmer durch einen lauten Knall geweckt, da ein Auto einen Pappelbaum mitgenommen hatte.

Das Sommerlager fand dann vom 8. -29. August in Urnesch /Appenzell Schweiz statt.

Auszug aus dem Lager-Tagebuch vom Montag, 21.8.1961:

Heute standen wir um 7.30 Uhr auf. Nach der hl. Messe und dem Frühstück fand die Lagereröffnung statt. Hierbei bekamen wir kundgetan, daß wir heute den Säntis herauffuhren und wieder herab. Wir zogen uns deshalb sehr warm an und gingen um 9.00 Uhr von Kräzerli ab. Es dauerte noch eine zeitlang bis wir endlich an die Reihe kamen. Wir fuhren zuerst bis zur 3.Station und stiegen hier aus. Von hieraus unternahmen wir eine kleine Wanderung. Sie führte über große Schneefelder und über schmale Bergpfade. Unser Ziel war das Gasthaus Tierwies. Nach dem Mittagessen, welches wir hierin einnahmen kehrten wir wieder zur Station zurück. Mit dem nächsten Wagen fuhren wir zur Gipfelstation. Wir gingen dann zur Terrasse. Von hier aus konnten wir die 7 Kurfürsten und die Alpen sehen. Dann gingen wir zum Säntisgipfel. Hierauf befindet sich eine Wetterstation und eine Fernsehstation. Dann fuhren wir wieder runter und gingen zum Kräzerli. Um 18.30 Uhr war Abendessen. Um 20.00 Uhr war wegen den Strapazen des heutigen Tages absolute Nachtruhe.

Gegen Ende des Jahres fand im Haus St. Georg ein Elternabend statt.
Das Jahr 1962 begann mit viel Programm, z.B. das Vorbereitungslager mit den holländischen PTA’s Pfadfindern (Behinderten – Pf.). Die Hauptarbeit bestand darin, den behinderten Freunden Tische und Bänke zu bauen und sie in allem zu unterstützen. Ihr Leiter war Wim Aretz.


Josef Grün im grünen Gras im Fell in Fell an der Mosel

Das Sommerlager 1962 fand in Fell an der Mosel statt.

Im Lager herrschte große Aufregung, weil in der Nacht 2 Pfadfinder verschwunden waren. Am Bannermast hing ein Zettel des Deutschen Pfadfinder-Bundes mit folgendem Wortlaut:
„Ihr schlafenden Hampelmänner habt heute Nacht zu tief geschnarcht um uns, die wir Euch besuchen wollten zu bemerken. Wir fordern Euch zu einem ehrlichen Kampf bis Freitag den 17. August heraus. DPB“.
Als der Lagerleiter Hein Ervens feststellte, dass 2 Jungen fehlten, verständigte er die Polizei. Das andere Pfadfinderlager wurde gesucht und gefunden, so dass die zwei “Gefangenen” wieder befreit werden konnten.

Das Jahr 1963 fing mit einer tollen Karnevalssitzung an, unter dem Motto „Loß komme wat kütt“
In Strobl/Österreich fand in diesem Jahr das 4. Sommerlager statt. Eine Truppfahrt der Jungpfadfinder nach Aachen wurde am 28. – 29. Oktober durchgeführt. Hein Ervens, der großen Anteil am Wiederaufbau der Pfadfinder hatte, legte am 29. Dezember 1963 sein Amt als Stammesfeldmeister nieder, da er Wegberg verließ, um sich beruflich zu verbessern. Am 4. Januar 1964 wurde Peter Thissen als Nachfolger von Hein Ervens zum neuen Stammesfeldmeister gewählt.

2. Teil: 1964-1973

Bisher waren alle Aktivitäten in „Haus St. Georg“ durchgeführt worden. Nach dem Wegzug von Hein Ervens stand der Stamm ohne Heim und Unterbringungsmöglichkeiten für Material da. Es wurde im Kloster ein Raum für die Gruppenarbeit gefunden. Material sowie Zelte wurden in einen Schuppen beim neuen Stammesfeldmeister untergebracht. Hein Ervens konnte so schnell nicht vergessen werden. Er war in Stromberg / Hunsrück Leiter einer Jugendherberge. Zu Ostern fuhren 7 Rover zu Besuch und verlebten dort herrliche Tage mit den Herbergseltern, die immer unvergessen bleiben werden. Man verabschiedete sich mit einem Versprechen, im Sommer dort das Sommerlager durchzuführen.

Am 4. September wurden ein Elternabend und ein Wiesenfest am „Haus St. Georg“ veranstaltet. Der Erlös betrug 1022,00 DM.
Der Stamm hatte im Februar 1965 42 Mitglieder

Der Höhepunkt des Jahres 1965 war das Sommerlager in der Lüneburger Heide.
Als wir von einer Besichtigung Hamburgs ins Lager zurückkehrten, wo Pater Marianus als Wache und Koch zurückgeblieben war, gab es zum Abend Milchsuppe mit Reis, die statt mit Zucker mit Salz “gesüßt” war. Ohne eine Miene zu verziehen oder ein Wort darüber zu verlieren, wurde die Suppe von allen gegessen und dem Koch ein Lob ausgesprochen.

Am Buß- und Bettag fand ein Elternabend statt, der von 160 Personen besucht wurde.
Durch die Gründung eines Fanfarenkorps Anfang 1966 verließen viele Jungen die Gruppe. Dies war ein harter Rückschlag für den Stamm.
Trotzdem fand ein schönes Sommerlager in Müsen/Hollenbock Rothaargebirge statt. Die erste Woche verbrachte man in Müsen. Da es in der ersten Woche ununterbrochen regnete, wurde das ganze Lager in der zweiten Woche um 50 km nach Hollenbrock bei Attendorn verlegt. Trotz des Regens hat es wie immer viel Spaß gemacht.
Am 22. Oktober 1966 fand ein Eltern-abend im Wegberger Hof statt. Als Abschluß des Jahres 1966 war im Kloster eine große Pfadfinderausstellung.

Im Jahre 1967 waren noch 30 Mitglieder da, die dem Verein die Treue hielten. Der Höhepunkt in diesem Jahr war ein inter-nationales Treffen, an dem Pfadfinder aus 4 Nationen teilnahmen.

Das Jahr 1968 begann mit einem Freundschaftstreffen der Jungpfadfinder des Stammes Dalheim und Wegberg. Es folgte ein Gausportfest in Beeck und eine Pfadfinderschau in Wegberg, wo zum ersten Mal in Wegberg ein gemeinsames Zusammenkommen der Wegberger DPSG mit den Pfadfinderinnen PSG stattfand. Das Sommerlager 1968 fand in Leutasch Österreich statt. Heinz Fontein wurde zum neuen Stammesleiter gewählt. Bis zum Jahre 1969 war der Stamm in einem Raum im Kloster untergebracht. Dann gelang es auf der Grachtstraße in einer ehemaligen Näherei ein Heim für den Stamm zu mieten, welches am 19.Januar 1969 eingeweiht wurde. Der damalige Heimleiter von “Haus St. Georg” Will Quast war der “Motor” dieser Initiative.

Da im Jahre 1968 das Sommerlager in Leutasch allen soviel Spaß gemacht hatte, wurde auch im Jahre 1969 dort wieder die Zelte aufgeschlagen.

Vom 13.-14.September 1969 feierten die Wegberger Pfadfinder ein Doppeljubiläum. 40 Jahre DPSG in Deutschland – 10 Jahre Pfadfinder in Wegberg. Nach unseren Informationen hätte es aber heißen müssen: 40 Jahre DPSG in Deutschland – 15 Jahre Pfadfinder in Wegberg. Da die Chronik erst mit der Namensgebung “Titus Brandsma”, also 1955 beginnt, vermuten wir, dass man die Zeit unter Kaplan Prinz von 1954 – 1959 einfach vergessen hatte.

Das Jahr 1970 begann mit einem Besuch der Jugendherberge Nideggen, wo zum ersten Mal Wegberger Pfadfinder eine Pfadfinderversprechensfeier außerhalb Wegbergs feierten. Zu Pfingsten veranstalteten Jungpfadfinder ein Indianerlager in Harbeck. Die Pfadfinder fuhren nach Kall/Eifel zum Landeslager. Sie belegten von 30 Sippen bei einer Nachtstafette den 2. und 7. Platz. Der Leiter der Gruppe, Erhard Stroms, fuhr mit dem Auto seines Vaters gegen ein Brückengeländer.
(Ergebnis: Totalschaden)

Das Sommerlager fand in Brixen/Tirol statt. Es war heiß – heiß –heiß, bis ein Gewitter aufkam und das Flüsschen Eisack zum großen Fluss werden ließ. Im noch kleinen Flüsschen war allerdings der „Naturkühlschrank“ untergebracht worden, und als der Fluss anschwoll, entschwanden unsere Vorräte alle in Richtung „Meer“. Es entstand ein Schaden von 300,00 DM.

Anfang des Jahres 1971 trat Heinz Font-ein als Stammesvorsitzender zurück. Die Stammesversammlung beschloss nach mehrmaliger Zusammenkunft, Hans-Josef Rosen zum geschäftsführenden Vorsitzenden bis zur Neuwahl im Herbst zu ernennen.

Im April fand eine Fahrradstafette statt, die begeisterten Anklang fand. Zum 5. – 6. Juni fand ein großes Wiesenfest am „Haus St. Georg“ statt. Zum Pfingstlager fuhr man nach Simmerath / Eifel. Die Pfadfinder fuhren mit ihrem Truppenleiter, Manfred Hofer, von der Mühlrather Mühle mit einem Schlauchboot die Schwalm herunter bis zur Maas. Brücken und Wehre wurden „spielend“ überwunden, indem die Besatzung das Boot auf die Schultern nahm und es um die Hindernisse herumtrug. Weiter ging es zur Maas herunter bis zum Besuch des Klosters Steyl, wo dann vor der Rückreise eine eintägige Ruhepause eingelegt wurde.

Das Sommerlager fand in Langenfeld/Ötztal/Tirol statt. Die Hauptattraktion der Jungpfadfinder war eine zweitägige Hüttenwanderung. Die Pfadfinder machten eine einwöchige Hike zum Timmelsjoch. Bei einer Bergwanderung der Pfadfinder zur Niesalm wurden sie von der Nacht überrascht. Als sie am anderen Morgen im Lager fehlten, wurde von der Lagerleitung die Bergwacht mit einem Hubschrauber zur Suche angefordert. Die Pfadfinder wurden wohlbehalten beim Abstieg gefunden.

Zur gleich Zeit fuhren 7 Pfadfinder zum internationalen Jamboree nach Japan. Sie waren Gäste in einem Kloster, welches von deutschen Jesuitenpatres geleitet wurde. Pech der „Sieben“ Japanreisenden war, dass ein Taifun die Hälfte des Zeltlagers zerstörte.

Im April des Jahres 1972 wurde ein neuer Vorstand gewählt. Hans Josef Rosen wurde als Stammesvorsitzender bestätigt. Da für eine vernünftige Pfadfinderarbeit Leiterkräfte fehlten, erklärten sich einige Eltern bereit, mitzuhelfen. Die PSG Wegberg war ohne Leiter und ihr drohte die Auflösung. Man beschloss, sich zusammenzuschließen. So waren ab 1972 Jungen und Mädchen gemeinsam im Pfadfinderstamm Wegberg.
Das Sommerlager fand am „Hager Waldsee“ in der Nähe von Schwäbisch Gmünd statt. Zum Ende des Jahres fand ein großer Weihnachtsbasar statt, der großen Anklang und Anerkennung fand. Auch wurde Ende des Jahres 1972 eine Werbeaktion durchgeführt, wodurch sich der Stamm zum 1. Januar 1973 auf 70 Mitglieder erweitern konnte.

3.Teil: 1973-1978

Mit einem Karnevalstreiben der Pfadfinder fing das Jahr 1973 an. In Uevekoven wurde ein Wald – Wiesengelände gepachtet. Der Aufenthalt hier war von kurzer Dauer, da wir dem Wildheger ein Dorn im Auge waren. Wir konnten als Ersatz die Sandgrube in Watern mieten, die bis 2002 unser Lagerplatz geblieben ist.
Wegberger Pfadfinder reparierten Bänke und Tische im Beecker Wald und säuberten ihn von Abfällen und Unrat. Den Dank erhielten wir von dort oft anwesenden Rentnern.
Nach dem Wiesenfest Mitte des Jahres ging es zum Sommerlager in die Lüneburger Heide.
Bei einem Besuch einer Panzerkaserne fuhren wir per Panzer über Stock und Stein, ein unvergessenes Erlebnis für unsere Jungen und Mädchen. Der krönende Abschluss des Jahres war ein Elternabend in der Burg Wegberg. Seit dem Frühjahr 1973 hatten wir in Klinkum eine Wölflingsmeute aufgebaut, die bis 1977 bestand, dann aber leider wegen Leitermangel nicht mehr weiter geführt werden konnte.

1974 war für uns ein sehr arbeitsreiches Jahr. Wir erhielten von einer Rheydter Firma eine Baracke in Fertigbauweise. Nachdem das THW und die Stadtverwaltung uns Hilfe zum Transport geleistet hatten, gingen viele Väter an die Arbeit. So wurden Fundamente, die Aufbauten – Dach usw. in wenigen Wochen erstellt und wir erhielten zu unserem Heim drei neue Räume hinzu. Es wurde alles einer gründlichen Renovierung unterzogen und so entstand ein Heim mit zwei Gruppenräumen, einem Bastelraum, einem Materialraum, Eingangsraum, Toiletten mit Waschgelegenheit und so weiter. Die Mitglieder zahl stieg auf 120 an, so dass trotz des Neubaus Platzmangel herrschte.

Die Leiterrunde fuhr Mitte des Jahres zum Grab des Stammespatrons „Titus Brandsma“ nach Nymwegen, wo sie sich über sein Leben und Wirken informierten. Die Zelte zum Sommerlager schlugen wir in Bernkastel/Mosel auf der „Bärenhalde“ auf. Mit den Pfadfinder aus Bernkastel verband uns eine gute Freundschaft, die bis heute noch andauert.
Unser neu erstelltes Heim wurde am 1. Dezember 1974 von unserem Kuraten Pater Franz eingeweiht. Wir danken hier nochmals allen Helfern, Eltern und Freunden, die an dem Umbau und der Renovierung mit geholfen haben.
Ende des Jahres stellten sich die Pfadfinderinnen die Aufgabe, den alten Leuten im Altersheim zu Weihnachten eine Freude zu bereiten und überbrachten während eines Adventssingens den Bewohner ein selbst gebasteltes Geschenk.
Im Jahre1975 begann ein reger Kontakt mit ausländischen Pfadfindern. So begann eine Freundschaft zwischen uns und den Pfadfindern vom Flugplatz Wildenrath sowie mit den Pfadfinder von Maaseik, der Partnerstadt Wegbergs. Versuche auch mit den Pfadfindern der Partnerstadt Echt/Holland Kontakte zu knüpfen schlugen fehl, da die Echter Pfadfinder „im Sterben“ lagen.

Zu Pfingsten fand ein Vorbereitungslager der Jungpfadfinder für das Sommerlager Irrel/Eifel statt. In Watern hielten wir das erste Zeltlager für Wölflinge ab. Die Pfadfinderinnen waren Gast in der Jugendherberge Radevormwald.
Nach dem Sommerlager fand auf unserem Lagerplatz in Watern ein großes Sommerfest statt. Die Attraktion war das Bernkastler Pfadfinder Fanfarenkorps der Landshuter Ritterschaft. Auf dem Platz gab es Spezialitäten und Getränke aus vielen Ländern zu probieren. Der Reinerlös aus diesem Sommerfest betrug 2126,00 DM. Diese Summe verteilten wir wie folgt:
800 DM für die Aktion des Bundesverbandes der Pfadfinder „Flinke Hände – Flinke Füße“
900 DM gaben wir an die Behindertenstätte Lövenich
426 DM wurden für eine Begegnung mit Behinderten verwandt.

Mit einem bunten Nachmittag für den Altenclub in Wegberg begann das Jahr 1976.
Das Sommerlager führte uns zum zweiten Mal zu unseren Pfadfinderfreunden nach Bernkastel/Mosel. Der Höhepunkt des Lagers war die Besichtigung der Zentralkellerei „Mosel’ Saar’ Ruwer“, wo jährlich 17 Millionen Liter Wein gekeltert werden. Der Inhalt des größten Fasses beträgt 200000 l.
Die Abschlussfeier des Jahres fand in der Burg Wegberg statt. Zum Bunten Abend begrüßten wir Freunde aus 4 Nationen. Selten war die Begeisterung unserer Gäste so groß wie zu den gezeigten Darbietungen, die von allen Jungen und Mädchen sehr gut dargeboten wurden.

Am 11. Dezember wurde der engl. Pfadfinderleiter, Graham Gilbert, vom Flugplatz Wildenrath zum Ehrenpfadfinder unseres Stammes ernannt. Leider wurde er versetzt; Es hatte uns eine enge Freundschaft mit ihm verbunden.
Mit einem Partnerschaftstreffen der Leiter aus Maaseik und Wegberg wurde das Jahr 1977 begonnen.

Der absolute Höhepunkt des Jahres war das dreiwöchige Sommerlager in Chalfont Heights bei London/England. Mit etwa 80 Teilnehmern ging die Fahrt per Bus nach Oostende. Dann ging es per Schiff über den Kanal nach Dover. Hier stand ein engl. Bus bereit, der uns zum Lagerplatz brachte. Der Höhepunkt der ersten Woche war ein Tagesausflug mit dem Besuch des „Baden-Powell Hauses“ und der Westminster Abbey, sowie ein Lagerfeuer mit 400 englischen, amerikanischen, schwedischen, finnischen und deutschen Pfadfindern. Am Anfang der zweiten Woche starteten 25 Pfadfinder per Pedes zu einer einwöchigen Tour zur 120 km entfernten Insel Wight an der englischen Südküste. Während dieser Woche lernten wir die englische Gastfreundschaft kennen. Unterwegs besuchten wir das Haus Baden Powells „Pax Hill“, wo er die letzten 10 Jahre seines Lebens verbrachte.
In der dritten Woche wurde das königliche Schloss Windsor besichtigt. Bei einem Nachtspiel der Pfadfinder nahmen 50 englische Pfadfinder sowie englisches Militär und Polizei teil. Während des Abschlusslagerfeuers überreichte der Platzwart „Brian Wright“ uns einen Wimpel mit der Aufschrift „Wegberger Pfadfinder – beste Gruppe des Jahres“.
Zum Abschluss des Jahres fand wieder ein Elternabend mit Weihnachtsfeier in der Burg statt, wo die Schattenspieloperation der „Knüller“ des Abends war. An diesem Abend wurde John Chalcroft wegen seines großen Einsatzes zum Sommerlager in England besonders geehrt und als Ehrenpfadfinder in unserem Stamm aufgenommen.

Im März 1978 ehrten wir unser Mitglied Josef Schumacher zu seinem 70. Geburtstag und ernannten ihn zum Ehrenpfadfinder.
Das Pfingstlager der Pfadfinder führte uns zum Intercamp nach Westernohe/Westerwald, wo 1700 Pfadfinder aus 8 Nationen teilnahmen. Die Durchführung in diesem Jahre lag in den Händen der kanadischen Pfadfinder. Die Wegberger Pfadfinder errangen in verschiedenen Disziplinen 4 mal Gold u.a. in Karte/Kompass- Orientierungslauf – Ordnung im Lager.
Zum Sommerlager ging es in diesem Jahre nach Braunfels/Lahn in den Taunus. Höhepunkt war ein Spiel „Germanen gegen Römer“. Besuche des Frankfurter Zoos, sowie im Taunus Wunderland wurden durchgeführt. Auf Burg Greifenstein besichtigten wir ein Glockenmuseum. Die Pfadfinder machten eine einwöchige Hike in den Taunus, wo 80 km in 3 Tagen zurückgelegt wurden.
Mit Bedauern und großem Schmerz hörten wir am 16. August 1978, dass der Gründer der Wegberger Pfadfinder, Pfarrer i.R. Heinrich Prinz, verstorben war. Wir hätten ihn gerne zu unserem Jubiläum in Wegberg begrüßt.

Der Abschluss des Jahres war eine Elternfete in unserem Heim und eine Weihnachtsfeier im Jugendheim.

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